Info und Bilder

 

Honda Helix Gespann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hersteller:

 

Honda Motor Company LTD., Japan- Janiel, Frankreich

Typ:

 

Honda Helix CN 250- mit Janiel "Cobra"

Baujahr:

 

1986, Beiwagen 1988

Fahrgestellnummer:

 

JH2MF0207GK0085xx

Motor:

 

Einzylinder 4-Takt, 250 ccm 17 PS bei 7000 U/min

Besonderheiten:

 

einer der ersten Roller die den neuen Rollerboom in den 80igern mitbegründeten, Design, Reisequalitäten und Fahrerlebnis sind einmalig, Roller ist in erster Linie für den US Markt gedacht gewesen

 

Außer Boss Hoss und den letzten Werken von Johnny Cash hatte ich bisher keine Berührung mit Country Musike (wird auch so bleiben), trage nicht nur karierte Hemden, bin keine 60 Jahre alt und muss demzufolge auch nicht mein inzwischen rund gewordenes Gesicht mit einem Vollbart verstecken.

Trotzdem habe ich seit 2006 einen Helix vor der Tür und kann auch heute, angesichts der Größe und des Raumfährendesigns, gut darüber lachen.

Habe lange darüber nachgedacht den Helix hier zu präsentieren. Aber auf seine Art ist er ja auch schon wieder ein Meilenstein und irgendwie könnte man sich vorstellen, dass in den 80igern der Heinkel- Tourist so aussehen hätte können.

Für eine Urlaubstour mit australischen Rollerverrückten im Sommer 2006 nach Rom brauchte ich ein geeigneten Roller der, mit 2 Personen und Campinggepäck beladen, noch die 100 km/h Reisegeschwindigkeit schafft, um bei den mit nagelneuen 250iger Aprilla Scarabeos antretenden Aussis, mithalten zu können. Außerdem mussten ja die Alpen überquert werden und ich hatte keine Lust meinen Troll oder den Tourist dafür zu nutzen und ständig das letzte Licht hinter den entspannten Neurollerfahrern zu sein.

Mein Honda „Helix“ hatte ca. 40000 km auf der Uhr, die er bei seinem Vorbesitzer ohne Pflege absolvierte und von diesem gegen ein neues Modell getauscht wurde. Während ich den Kaufvertrag in Lichtenrade unterschrieb, lief die ganze Zeit überlaut Truck Stop, echt kein Klischee!!

Ich mußte einige Verschleißteile tauschen und bin dann 3500 pannenfreie Urlaubs-Kilometer unterwegs gewesen.

Im Urlaub zeigte sich, dass mit viel Gepäck der Schwerpunkt sehr hoch und sehr ungünstig nach hinten rutscht. Das macht die Fuhre, mit etwa 10cm längerem Radstand als der Überroller „Gold-Wing“, nicht gerade handlich. Besonders in den engen Kehren der Alpen muss man darauf achten, dass die Fliehkraftkupplung mit der Kraftübertragung parat steht. Ich hatte mehrere lustige Momente wo plötzlich der Kraftfluss fehlte, komisches Gefühl und der einzige Punkt wo man mal eine Kupplung vermisst. Die arme Sozia sitzt hoch, bekommt die Verwirbelungen/Regen ect. voll ab und hat auch noch eine sehr anstrengende Sitzposition, da sie die Beine in Hüfthöhe des Fahrers um diesen legen darf.

Die sehr niedrigen Unterhaltskosten gaben dann den letzten Ausschlag den „Helix“, entgegen der ersten Planung, zu behalten. Er leistet gute Dienste im Winter oder für schnelle weite Touren. Gerade die frühen, noch über die Staaten per Einzelabnahme eingeführten, sind inzwischen immer seltener zu finden und haben den Liebhaberstatus längst erreicht.

Ein seltenes 86iger Helixgespann, das schon bei der Erstzulassung in Deutschland 1990 mit dem schönen französischen Jeaniel Cobra Seitenwagen eine gute Figur machte, konnte ich 2008 von einer Berliner Fahrschule aus Erster Hand erwerben! Allerdings stand das Gespann all die Jahre im Freien, davon die letzten 2-3 auch noch ohne bewegt zu werden und verlangte, trotz gerade mal 15000 Meilen Laufleistung, nach ordentlich Arbeit. Die Beiwagensitze und alle Polster waren schlicht weggefault, der Bremsflüssigkeitsbehälter durch Frost zerstört, Lenker und Zündschloß durch einen gescheiterten Diebstahlversuch zu richten bzw. zu tauschen und noch so einiges mehr. Den originalen Lack, oder was davon noch vorhanden ist, habe ich der Berliner Hundetoilette gelassen. Lohn der Mühe ist ein ganz besonderer Fahrspass. Der Helix, zumindest mit dem nicht besetzten 55kg leichten Seitenwagen, büßt nur wenig seiner Dynamic ein! 90km/h Reisegeschwindigkeit sind locker drin, Steigungen nimmt er spielend. Außer einer starken Windanfälligkeit ist es eines der besten Gespanne die ich bewegen konnte. Es liegt wie ein Brett auf der Strasse, einen Lenkungsdämpfer vermisst man höchstens um die 20- 30 km/h, danach spielt er keine Rolle! Der vom Solo- Helix gewohnte Fahrkomfort leidet durch das Dritte Rad etwas. Leider ist das Gespann bei Schnee auf Grund der Reifen und der Automatik nicht gut zu fahren.

2011 konnte ich endlich das originale Kenwood Radio an seinem Platz montieren. An meinem Gespann waren alle Anschlüsse, Halter und die Antenne montiert, da ein Radio bei Auslieferung verbaut war. Das Kenwood wurde extra für den Honda Helix produziert und dem Roller angespasst. Sicher ein teueres Zubehör, eine genaue Summe weiß ich leider nicht. Senderwahl und Lautstärke werden bequem vom Lenker aus bedient. Im Stadtbetrieb versüßt es nun die verkehrsbedingten Wartezeiten, bei Überlandfahrten verhindern die Windgeräusche aber einen Hörgenuss.