Info und Bilder

Honda Stream

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hersteller:

 

Honda Motor Company LTD, Japan

Typ:

 

Stream NV50M

Baujahr:

 

1982

Fahrgestellnummer:

 

TB0710370xx

Motor:

 

Honda 1 Zylinder 2- Takt, 50ccm 3,8 PS bei 6500 U/min

Besonderheiten:

 

3 Rad, 2 Hinterräder angetrieben, Automatik, erst ca. 4000 Meilen gelaufen, Grauimport ohne Zulassung

 

 

Was hier wie ein pflegestufenfinanzierter Omaelektroroller  aussieht, ist ein ernst gemeinter, wenn auch nicht erfolgreicher, Roller der Firma Honda. Honda selbst hat einen Hinweis auf dem Lenker hinterlassen, dass Personen mit Handicap nicht für diesen Roller als Fahrer in Frage kommen, ist ihnen also auch aufgefallen. Der Frontman von "Kajagoogo" würde als Fahrer gut passen, eine schlimme Zeit diese 80iger Jahre!

 

Die 80iger waren allerdings auch eine Zeit, um sich von alten Vorgaben zu  lösen, oder alte inzwischen wieder vergessene Konzepte neu aufzugreifen. Fahrzeuge, rollerähnliche Gefährte, mit drei Rädern gab es auch in den 60igern und 70igern schon einmal, z.B. 1970 Ariel3 und aktuell stehen Roller mit drei Rädern, dank EU, auch in Deutschland bei den Händlern. Ob sie diesmal erfolgreicher sind, bei noch dichterem Verkehr ist wieder fraglich. Der Honda Stream wurde offiziell nie in Deutschland verkauft! Gibt es vielleicht noch einen Stream in Deutschland, sogar zugelassen?

 

Ein technisch anspruchsvolles Fahrzeug, damit allerdings fast doppelt so teuer wie ein vergleichbarer Zweiradroller, stellt der Stream –was soviel wie Strömung heißt- ein einsitziges Dreirad ohne Vorteile dar. Einen Sog hat er nicht ausgelöst! Der Neupreis in UK lag bei 675 GBP! Ein Honda "Melody de luxe" dagegen kostete nur 345 GBP! Er reiht sich ein in die technischen Pretiosen a`la Velocette LE, interessante Technik aber schlicht zu teuer in der Herstellung. Nur wenige wurden verkauft, Japan und England stellten die Hauptinteressenten. Für die Fachzeitschriften weltweit war der Stream bei seinem Erscheinen ein tolles Fahrzeug und unbedingt einen Artikel wert. In der Werbung dürfte für Honda auch der größte Gewinn gelegen haben.

 

Ob jemand je die Frage nach der Sinnhaftigkeit gestellt hat? Wenn man mit dem lahmen Roller unterwegs ist, fährt er sich wie ein Zweirad. Durch den vorderen Teil mit seitlich kippbarem Gelenk ergibt sich ein vom Zweirad gewöhntes Kurven fahren. Zum Anhalten muß man auch die Füße auf den Boden stellen, da man sonst umkippt. Erst durch ziehen des Parkhebels arretiert das Vorderteil in jeder Position und man braucht keinen Ständer. Während der Fahrt quer zur Fahrtrichtung liegende  Hindernisse bringen den „Triebwagen“ wie einen Anhänger zum  Springen. Fahrwerk und Bremsen würden locker 70 km/h verkraften und dann wäre es auch lustig. Aber mit 51,65 km/h dauert alles etwas länger.

 

So wird der Roller, wie beim einzigen Vorbesitzer, mehr als technische Skurrilität nur gelegentlich eine Runde drehen. Obwohl als Neufahrzeug von einem Grauimporteur in Hannover, der ihn auch nur zu Promotionzwecke mitbrachte, gekauft, konnte der Roller auf Grund der drei Räder anfangs in Deutschland nicht zugelassen werden. Dank EU könnte man jetzt durch Einbau eines Scheinwerfers mit asymmetrischem Abblendlicht eine Betreibserlaubnis erhalten.

 

Mehr zum Vater dieser Idee George Wallis und zu einigen weiteren Fahrzeugen!