Info und Bilder

 

IWL Campi

 

 

 

 

 

 

 

 

Hersteller:

 

Industriewerke Ludwigsfelde, Deutschland

Typ:

IWL “Campi”

Baujahr:

1960

Fahrgestellnummer:

00036

Motor:

 

Besonderheiten:

 

Aluminium Karosserie, Rahmen zu großen Teilen vom Berlinroller übernommen, ältester mir bekannter Campi- Hänger

 

Um den Ansprüchen nach Transportmöglichkeit des Urlaubsgepäck für 2 Erwachsene und einem Kind gerecht zu werden, wurde der gelungene Einradanhänger Campi entwickelt. Sein Rohrrahmen stammt überwiegend vom Berlin, wurde mit zwei weiteren Quertraversen und einer Deichsel versehen und per Kreuzgelenkkupplung am Roller befestigt. Die Karosserie besteht aus Alu und wurde bei der Seitenwagenfirma Stoye produziert. Daher entwickelte sich die Karosserie auch parallel zu den Neuerungen der Seitenwagenkarosserien mit. Die ersten Exemplare, wie meiner, waren komplett aus Alu mit vernieteten Blechteilen und glattem Deckel, die folgenden hatten einen geprägten Deckel und die Mehrzahl waren mit der Stoye hauseigenen nietfreien Technik verbunden, die Karosserie bekam eine Regenrinne, der Deckel wurde entsprechend tief heruntergezogen. Damit waren die Hänger wasserdicht. Da die ersten Hänger 1960 erschienen, müssen alle Wiesel und Berlin älteren Datums an der Reserveradaufnahme verstärkt werden.

Die Drehstabfederung aus dem Berlin wurde dem Gewicht angepasst. Der Hänger ist von außen sehr stattlich, lässt einen großen Kofferraum vermuten. Leider nimmt einen großen Teil die Hinterradführung und das große 12 Zoll Rad in Anspruch. Vorausgesetzt die Hängerkupplung ist spielfrei, lässt es sich prima mit dem Campi reisen. Leer neigt er zum springen, ist aber kaum zu spüren. Wenn er beladen ist muss man auf Grund des verlängerten Bremsweges den Fahrstil anpassen. Der Roller ist nun fast doppelt so lang!

Meinen Campi fand ich 1988 an einem anderen Troll montiert, in aktiven Einsatz als Schüttkohlenhänger eines sehr „pragmatischen“ Heizers und habe ihn direkt für 50 M gekauft und an meinen Roller gehangen und bin damit nach hause gefahren.

Wahrscheinlich aus der Erfahrung heraus das der Hänger sogar Kohlentransporte übersteht dachte sich „mein“ Heizer, könnte man ja noch 2 Ersatzräder und ein Gepäckträger ans dünne Alublech schrauben. Dann alles schön angezogen und fertig ist der verformte Campi. Zu DDR Zeit aus Ermangelung an Beziehungen zum Aluschweißer und aus Unwissenheit habe ich im ersten „Restaurierungsversuch“ Papier über die 2 € großen Löcher geklebt und dann den Hänger gestrichen. Das hielt bis zur Wende.

Diese Behandlung konnte der Blechklempner und der Lackierer nicht ganz ungeschehen machen. Aber für die Ausgangsbasis bin ich sehr zufrieden. Der Original Lack fand sich noch unterm Typenschild und der jetzt verwendete kommt ihm Nahe.

Eine große Menge der beliebten Campi-Hänger haben bis heute überlebt. So soll sogar ein Versuchsmodell erhalten geblieben sein.