Info und Bilder

 

Mitsubishi Silver Pigeon C 76

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hersteller:

 

Mitsubishi Heavy- Industries, Japan (ehemals Shin Mitsubishi Jukogyo Kabushiki Kaisha)

Typ:

 

Silver Pigeon C76

Baujahr:

 

1959

Fahrgestellnummer:

 

59-00750

Motor:

 

Mitsubishi Einzylinder 4-Takt, 192 ccm 5,7 PS bei 4800 U/min

Besonderheiten:

 

Motor hat die Charakteristik eines Stationärmotors und ähnelt auffällig dem Antrieb der „Highlander“ Modelle des US Rollerhersteller Cushman um 1950

 

 

„Silberne Taube“ ist nun wirklich so irreführend wie bei IWL die Bezeichnung „Wiesel“ und lässt wohl eher erahnen was sich die Techniker wünschten, als dass die Bezeichnungen ihrem Produkt entsprechen. Die „Silberne Taube“ ist doch eher ein „Stählerner Brummer“. So sehr ich den äußerst primitiven Roller auch mag, bleibt bei eingehender Betrachtung, welche ich bei der Restaurierung hatte, klar zu erkennen, dass niemand von Mitsubishi daran dachte, dass es jemanden geben wird der den Roller zum Liebhaberstück krönen würde.

In erster Linie sollte der C76 ein billiges Rollerprodukt sein, welches nach Ablauf seiner Haltbarkeit weggeworfen wird. Dabei wurde eine hübsche äußere Hülle (gewisse Partien weisen Ähnlichkeiten mit der Lambretta auf) mit einem viertaktenden Motor gewählt, hatten die Hersteller doch den US Markt im Auge. Dort wurden sie auch unter dem Namen des Importeurs Rockfort Scooter Co., Illinois als „Rockfort Silver Pigeon“ verkauft. Als (zu erkennender) japanischer Roller wären wohl nur geringe Absätze möglich gewesen. Anstelle der „Drei Diamanten“ wurde für den US Markt eine „Silberne Taube“ montiert. Für Australien waren derartige „Umkennzeichnungen“ nicht nötig, haben dort schon frühzeitig japanische Produkte –überwiegend zu Recht- einen guten Ruf erlangt.

Der C76 ist ein 2 Sitzer, wobei der/die arme Sozia auf dem gleichzeitig als Gepäckträger fungierendem ungepolstertem Blechkasten Platz nehmen muss. Der seitengesteuerte Viertakter ist stehend und direkt auf den Rahmen montiert, die Vibrationen werden so gut übertragen. Die Ventile lassen sich nur durch kürzen der Ventilschäfte „einstellen“, eine Einstellmöglichkeit, wie allgemein bei 4- Taktern üblich, ist nicht vorhanden. Die fortschrittliche Kraftübertragung übernimmt, wie heute bei vielen aktuellen Rollermodellen üblich, eine Keilriemenautomatic mit Fliehkraftkupplung.

Der „Silver Pigeon“ macht trotz oder gerade wegen der urwüchsigen und aufs einfachste reduzierten Technik Spaß. Der Motor schiebt den Roller kraftvoll vorwärts und gibt einem direkt Bescheid wie hoch er gerade dreht, kein völlig überflüssiges Schalten stört die Beschleunigung, welche dann aber auch um die 70 Km/h beendet ist.

Der C76 ist eines der populärsten Modelle des Herstellers, trotzdem haben nicht viele überlebt. Teile sucht und findet man am ehesten in den USA. Dort kümmert sich auch eine kleine Fan-Gemeinde um den Roller.

 

Der C76 ist nicht mehr in meinem Besitz, aber weiterhin in guten Händen!