Info und Bilder

 

Walba 120

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hersteller:

Walba-Fahrzeugbau, Reutlingen/ Werk Allmendingen, Deutschland

Typ:

 

Walba 120

Baujahr:

 

1950

Fahrgestellnummer:

 

13xx-M

Motor:

 

Ilo 1 Zylinder 2- Takt, 118ccm 4 PS

Besonderheiten:

 

Erster deutscher, serienmäßig hergestellter, vollverkleideter Motor-Roller

 

Motorroller „Walba“, das zeitgemäße Kraftrad, heißt es im Prospekt und weiter: „Walba ist das Gebrauchs-Fahrzeug aller Berufsschichten für den Berufsverkehr und überdies besonders geeignet für Frauen und Körperbehinderte.“

Den Walba gab es als 98ccm / 940 DM oder 120ccm / 995 DM. Es konnte sogar ein Lastenbeiwagen montiert werden, der dann nochmal mit 275 DM zu Buche schlug.

Dr.W.Balbaschewki und sein Sohn A.Babalschewski bauten seit 1949, quasi als deutsche Rollerpioniere, serienmäßig Motorroller in Reutlingen und Ehingen, ab 1950 bis zum Konkurs 1952 in Munderkringen und scheinbar Umgebung. Meiner stammt aus dem 15km entfernten Allmendingen. Die Firma schien wohl mehrmals umzuziehen, ich weiß von vier Adressen.

Die Roller mussten sich aber erfolglos der Konkurrenz von Vespa und Lambretta stellen, waren zu teuer und auch technisch anfällig, insbesondere die Ilo-Motoren sorgten für Verdruss.

Ab 1950 gab es die neuen Modelle Kurier, Tourist, De-Luxe und Commodore, die alle vom französischen Designer L.L. Lepoix gestaltet wurden. Nach dem Konkurs 1952 übernahm die Faka in Salzgitter die Rollerproduktion.

Mein Walba 120 ist einer der letzten, noch einmal in einigen Punkten zum ursprünglichen Walba verändert. Uhr im Armaturenbrett, Tank und Benzinhahn nun von außen zugänglich, andere Montage der Leisten und des Schriftzug, Soziussitz in der Serie, Goldgrünmetallic Lackierung. Von dieser Variante sollen nur 6 Stk. produziert worden sein.

Der Roller stand bei seinem Erscheinen noch neben den neuen Walba-Modellen.

An diesem Punkt beginnt auch die Geschichte meines Walba. Offensichtlich wurden die alten Modelle für 700 DM abverkauft. Das war damals auch noch viel Geld. Herr B. aus Eningen unter Achalm, gleich um die Ecke von Reutlingen, leistete sich den Zweisitzer und war damit deutlich besser unterwegs als die meisten seiner Mitmenschen. Der Heizungsbauer nahm einige Versuche vor, die ungenügende Kühlung des Ilo 120 zu verbessern, ohne Erfolg. Trotz serienmäßiger Gebläsekühlung überhitzte der Roller bei den Ausfahrten in die bergige Umgebung regelmäßig. An steilen Auffahrten musste außerdem, die zum Glück extrem sportliche, Sozia abspringen und den Berg hinauflaufen, da der schwächliche Motor mit seinem Zweigang Getriebe nicht in der Lage war zwei Passagiere bergauf zu transportieren.

Auf Grund dieser Unzulänglichkeiten war er nur eine kurze Zeit im Einsatz. Der Fokus des Paares lag ganz klar auf Berg- und Radsport.

Konsequent setzen Frau und Herr B., inzwischen 80jährig, das Geld aus dem Verkauf für einen Skiurlaub ein!