Info und Bilder

 

Zündapp Janus 250

 

 

 

 

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Hersteller:

 

Zündapp- Werke GmbH, Nürnberg, Deutschland

Typ:

 

Janus 250

Baujahr:

 

1958

Fahrgestellnummer:

 

W35xx

Motor:

 

Zündapp 1 Zylinder 2- Takt, 250ccm 14 PS bei 5000 U/min

Besonderheiten:

 

Lizenz der Firma Dornier, angepasster Motor des Bella Roller, Passagiere sitzen Rücken an Rücken, Mittelmotor, Pendelachse, 12" Räder, synchronisiertes Getriebe mit 4 Vorwärts- 1 Rückwärtgang

 

 

 

Aus der Idee des Dornier Delta, Premiere auf der IAA 1955,  erdacht vom Flugzeugbauer Claudius Dornier jr. wurde nach Lizenzübernahme durch die Zündapp GmbH der Zündapp Janus 250 entwickelt.

In nur 6902 Stück von 1957- 1958 gebaut erfüllte er in keinem Fall die Erwartungen der Firma um Gewinn. Er war ein Flop. Trotz in einschlägigen Tests bestätigter hervorragender Fahrwerks- Federungs- und Bremseigenschaften, dazu ein vollwertiger 4 Sitzer, war es wohl vor allem der sehr laute und bei voller Besetzung an der Leistungsgrenze ackernden 2- Taktmotor der den Erfolg vereitelte. Dazu kam der sehr hohe Preis von anfänglich 3290 DM, ab 1958 sogar 3370 DM, in der Grundausstattung ohne Heizung. Für nur 290 DM mehr gab es schon einen Lloyd LP 600 oder für 610 DM mehr sogar einen VW Käfer! Dabei konnte der Janus mit sehr guten Ideen aufwarten war er doch Kombiwagen und Wohnmobil in einem! Im hinteren Bereich läßt sich richtig viel Ware/Gepäck transportieren und durch die separate hintere Tür auch leicht erreichen/ beladen und legt man die Sitzbänke mit wenigen Handgriffen um, entsteht eine Liegfläche für 2 Erwachsene!

 

Janus der römische Gott mit den beiden Gesichtern, Namensgeber für den Zündapp Kleinwagen mit den beiden identischen Türen, hat in meinem Fall noch ein drittes Gesicht entwickelt, die Fratze des Rostes.

Vorder und Hinterwagen sind extrem verrostet, Rost befindet sich praktisch in jedem Hohlraum, sogar die Fensterstreben sind punktuell schon durchgerostet. Auf der Habenseite gibt es ich eine funktionstüchtige Technik und gut erhaltene Sitzbänke. 

 

Laut dem 2. Besitzer, mit dem ich glücklicherweise gerade sprechen konnte, handelt es sich bei diesem Kleinwagen um einen von zwei "Zündapp Janus", die auf der Leipziger Frühjahrsmesse Ende Februar/ Anfang März 1958 ausgestellt waren. Nach Messeschluß bekam der Vizepräsident der Aussenhandelsbank der DDR, Oberreferent Heinz L., einen der beiden "Janus" und ließ ihn am 3. April 1958 in Ost-Berlin zu. Die Verwendung als Ausstellungsstück erklärt auch die üppige und aufpreispflichtige Ausstattung: Zweifarbenlack, Douglas Grün/ Gletscher Blau, Chromausstattung für 94 DM, einer Heizung für nochmal 42 DM, Leselampe und Aschenbecher für je 6 DM Aufpreis.

Die DDR Zeit hat er weitestgehend im Originalzustand durchlebt. Die original Spiegel sind auch noch im Regal des letzten Besitzers aufgetaucht. Ein MZ Vergaser wurde anstelle des Originals montiert, die Sonnenblenden und "Janus 250" Schriftzüge fehlen.

Von der letzten Besitzerin liebevoll "August" genannt schlug er sich tapfer über 30 Jahre im automobilen DDR Alltag seiner vier Vorbesitzer, noch über den Fall der Mauer hinaus, womit sein Autoleben ja zur vollsten Zufriedenheit auch enden könnte. Aber auf Grund der Seltenheit und Skurilität der Konstruktion wird er nicht zur Ruhe kommen, sondern hoffentlich von mir wieder ins Leben zurückgeholt.

 

 

Für den Zündapp Janus gibt es eine Interessengemeinschaft die mit Fachwissen und Nachfertigungen helfen kann.